Pubertätsgynäkomastie: Ursachen, Behandlung, Erkennen

pubertatsgynakomastie
Gerade in der Pubertät ist es für die Jugendlichen keine einfache Situation.

In der Pubertät, vor allem im Alter zwischen 13 und 14 Jahren kann bei männlichen Jugendlichen eine ein- oder beidseitige Vergrößerung der Brust auftreten. Bei dieser gutartigen Brustbildung spricht man von Pubertätsgynäkomastie.

Betroffene Jungen leiden doppelt, denn abgesehen von einem unangenehmen Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust passiert dieses ungewollte Wachstum in einer Zeit, die von Unsicherheit geprägt ist.

Der Brustansatz lässt sich schwer verstecken und bietet einen Angriffspunkt für böse Kommentare von Gleichaltrigen. Nicht selten werden Jugendliche deshalb massiv gemobbt, was eine starke psychische Belastung nach sich ziehen kann. Ein Abweichen von der Norm ist gerade in der Pubertät keine einfache Situation.

Was ist eine Pubertätsgynäkomastie genau?

Brustdrüsenkörper, die Brustwarzen oder das umliegende Fettgewebe können von der Vergrößerung betroffen sein. Die Schwellung reicht von kleinen Beulen unter den Brustwarzen, bis hin zu einem ausgeprägten Wachstum der Brust.

Die Brust ist oft äußerlich kaum mehr von einer weiblichen Brust unterscheidbar. Druckempfindlichkeit, Schmerzen und Sekretsausfluss sind Begleiterscheinungen, die das Leben mit Pubertätsynäkomastie erschweren.

Ursachen für eine Brustbildung bei männlichen Jugendlichen

Die Ursachen für eine Pubertätsgynäkomastie sind unbedingt durch medizinische Untersuchungen abzuklären. Liegt keine schwere Erkrankung zu Grunde resultiert die Brustbildung meist aus einem Ungleichgewicht zwischen den männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen.

Schwankungen im Hormonhaushalt sind während der Pubertät normal, da jedoch die Brustdrüsen besonders empfindlich auf einen Östrogenüberschuss reagieren, kann es zu Pubertätsgynäkomastie kommen. Bis zu 40% aller männlichen Jugendlichen sind von einer mehr oder weniger umfangreichen Brustbildung betroffen.

Um Krankheiten als Ursachen auszuschließen, wird die Brust vom Arzt per Ultraschall untersucht. Hoden und Brust werden abgetastet und bei Bedarf werden die Hirnanhangdrüse, Nebennieren, Nieren und Leber durch bildgebende Verfahren auf Veränderungen geprüft.

Diese Untersuchungen sind ausnahmslos schmerzfrei. Da auch Übergewicht eine ursächliche Rolle spielen kann, ist eine Abgrenzung zwischen Lipomastie (Brustbildung durch Fettgewebe) und Gynäkomastie von Nöten.

Alkoholmissbrauch, übermäßiger Verzehr von hormonbehandelten Lebensmitteln (Fleisch), Marihuanakonsum, bestimmte Medikamente und die Einnahme von Anabolika können eine Pubertätsgynäkomastie ebenfalls begünstigen. Ein Arzt wird alle diese Dinge abklären, bevor er zu einer endgültigen Diagnose kommt.

Pubertätsgynäkomastie Behandlung: Diese Möglichkeiten gibt es

Per Definition ist Pubertätsgynäkomastie keine Krankheit und bedarf außer in besonders schweren Fällen keiner Behandlung. Die Brust bildet sich mit Ende der Pubertät im Normalfall wieder zurück. Liegen die Ursachen im Konsum von Alkohol, Medikamenten oder anderen Substanzen führt der Verzicht auf die auslösenden Mittel zu einem raschen Rückgang der Brustvergrößerung.

Bei einer Lipomastie führt Gewichtsverlust durch Sport und gesunde Ernährung zu einer Verbesserung der Symptome.

In einigen ausgeprägten Fällen, vor allem wenn starke Schmerzen oder psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen und Angstzustände auftreten, ist eine Behandlung der Pubertätsgynäkomastie zu befürworten. Regelmäßige medizinische Untersuchungen dienen hier der Dokumentation der Rückbildung.

In der Anfangsphase der Brustbildung kann eine Hormontherapie erfolgreich sein, da sie den Hormonhaushalt stabilisiert und das Gleichgewicht im Körper wieder herstellt. In späteren Phasen ist von dieser Therapie allerdings abzuraten, da sie nicht nur wirkungslos sondern auch schädigend sein kann.

Bei Schmerzen in der Brust verschreibt der Arzt Salben, die bei regelmäßiger Verwendung eine schnelle Linderung versprechen.

Auch im Homöopathie-Bereich gibt es einige Behandlungsmöglichkeiten. Behandlungsverlauf und Behandlungserfolge sind aber noch zu wenig dokumentiert, um sich dafür oder dagegen auszusprechen. Der behandelnde Arzt wird bestimmt wissen, ob es im jeweiligen Fall sinnvoll ist, auf eine solche Behandlung zurückzugreifen.

Psychische Folgeerscheinungen dürfen auf keinen Fall vernachlässigt werden. In der sensiblen Phase der Pubertät kann ein „Anderssein“ schwer auf der Seele eines betroffenen Jugendlichen lasten. Im Alter von 13 – 14 Jahren ist es oberste Priorität für Jungen, sich zugehörig zu fühlen und nicht ausgegrenzt zu werden.

Pubertätsgynäkomastie kann sich negativ auf soziale Bindungen auswirken, das Selbstwertgefühl leidet immens. Sportliche Aktivitäten mit Gleichaltrigen können zum Spießroutenlauf werden, vor allem wenn diese ohne Oberbekleidung (z.B. Schwimmen) ausgeübt werden.

Teenager können grausam sein. Wenn es nicht ausreicht das Kind in seinem Selbstbewusstsein zu stärken, muss eine Unterstützung durch einen Experten unbedingt in Betracht gezogen werden. Gesprächstherapien können Depressionen und Angstzustände vorbeugen.

Pubertätsgynäkomastie Op

Chirurgische Eingriffe sind bei einer reinen Pubertätsgynäkomastie nicht die Therapie der Wahl, da sich die vergrößerte Brust nach einiger Zeit wieder von selbst zurückbildet.

Erst nach der Pubertät, wenn die Brustbildung dauerhaft ist und von einer selbstständigen Rückbildung nicht mehr ausgegangen werden kann und alle Behandlungsmöglichkeiten keine Wirkung zeigten, wird die Möglichkeit einer Operation von Medizinern empfohlen.

Wenn eine normale psychische Entwickung des Heranwachsenden nicht gewährleistet ist, kann schon früher eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden. Hier wird allerdings von Fall zu Fall entschieden und es ist sinnvoll eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

Bei der Operation selbst reicht es nicht aus das Gewebe (Fettansammlungen) abzusaugen. Die vergrößerte Brustdrüse wird zur Gänze entfernt. Sollten die Brustwarzen ebenfalls vergrößert sein, werden diese chirurgisch verkleinert.

Erst dann kann gegeben Falls überschüssiges Fettgewebe abgesaugt werden. Der Eingriff ist risikoreich, da darauf geachtet werden muss, genügend Gewebe und Blutgefäße unter der Brustwarzen vorhanden bleiben, um diese nicht dauerhaft zu schädigen. Natürlich findet der Eingriff unter Vollnarkose statt.

Fazit

Wenn der Verdacht auf Pubertätsgynäkomastie auftaucht, führt der erste Weg immer zum Arzt, um schwerwiegende Erkrankungen als Ursache auszuschließen.

Der behandelnde Mediziner wird danach mit dem Betroffenen und dessen Eltern besprechen, ob eine Therapie nötig ist. Falls es zu einer Behandlung kommt, werden alle Risiken und Nebenwirkungen erklärt und der Patient umfangreich betreut.

Um dem Jugendlichen durch diese schwere Zeit zu helfen, ist psychische Unterstützung durch Eltern, Geschwister, Freunde oder auch durch Experten anzuraten. Eventuell hilft ein klärendes Gespräch mit den Mitschülern, um diese für die schwierige Situation zu sensibilisieren.

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